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Das Warburger Museum ist in einem der ältesten Steinhäuser (um 1340) der Stadt untergebracht, das seit dem Mittelalter „Stern“ genannt wird. Sein barockes Aussehen erhielt es 1755, als es Stadthaus des Klosters Wormeln war. Träger des Museums ist die Stadt Warburg, für den Betrieb ist der Museumsverein Warburg e.V. verantwortlich. Das Museum umfasst die Abteilungen Vor- und Frühgeschichte, Stadtgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Kunstgeschichte. Die bis zu 10 Ausstellungen pro Jahr im Beyersaal sind der regionalen Archäologie, Geschichte und Kultur sowie der bildenden Kunst gewidmet.

Warburg ist ein Zentrum der westfälischen Archäologie. Voraussetzung für die frühe Ansiedlung von Menschen waren die fruchtbaren Lößböden. Die Abteilung „Vor- und Frühgeschichte“ des Museums zeigt zahlreiche Bodenfunde aus der Warburger Börde. Sie geben Auskunft über das Leben und Denken der Menschen und über grundlegende Veränderungen in Lebensweise und Technik der verschiedenen Bauernkulturen von der Bandkeramik des ausgehenden 6. Jahrtausends bis zum frühen Mittelalter. Schwerpunkt der Abteilung ist die Wartberg-Kultur mit ihren Megalithgrabanlagen. Das bedeutendste Exponat ist ein fast unversehrt erhaltener, gewaltiger Wandstein eines wohl im Mittelalter weitgehend zerstörten Megalithgrabes aus der Zeit um 200 v. Christi Geburt. Er trägt auf drei Flächen „eingravierte“ Zeichen, Symbole, die dem Betrachter einen Blick in die geistig-religiöse Welt der Menschen der Jungsteinzeit erlauben.
Die Abteilung „Stadtgeschichte“ veranschaulicht am Beispiel Warburgs die Geschichte und Strukturen einer Stadt von ihren Anfängen über die Blüte- und Krisenzeiten im Mittelalter bis zu ihrem Niedergang durch den Dreißigjährigen und den Siebenjährigen Krieg. Dabei wird der Sonderfall berücksichtigt, dass hier über längere Zeit zwei Städte als selbständige politische Körperschaften nebeneinander bestanden. Zwei Ausstellungseinheiten sind den benachbarten geistlichen Grundherrschaften, den Klöstern Hardehausen und Wormeln, gewidmet.
Durch den Dreißigjährigen und den Siebenjährigen Krieg sank Warburg zu einer kleinen unbedeutenden Ackerbürgerstadt herab. Im 19. Jahrhundert begann langsam ein neuer Aufstieg. Warburg wurde als preußische Kreisstadt zu einem zentralen Ort der Verwaltung, der Versorgung und später auch der industriellen Entwicklung. Die Abteilung Wirtschaftsgeschichte zeigt an Beispielen, wie sich die technischen Neuerungen und industriellen Produktionsweisen auf die Berufs- und Sozialstruktur der Stadtbevölkerung auswirkten.
Im Mittelpunkt der Abteilung stehen Leben und Werk des Silberschmieds und Kupferstechers Antonius Eisenhoit (1553/4-1603) und des Architekten und Baumeisters Johann Conrad Schlaun (1695-1773).
Antonius Eisenhoit, 1553/4 in Warburg geboren, gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Manierismus in Norddeutschland. Nach einem längeren Romaufenthalt ließ er sich in seiner Vaterstadt nieder und arbeitete u.a. für den Paderborner Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg, dessen Bruder Caspar und den Hof des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel. Im Museum sind Goldschmiedearbeiten und Kupferstiche im Original und als Reproduktion zu sehen.
Johann Conrad Schlaun, einer der wichtigsten Barockbaumeister Nordeuropas, wurde im heutigen Warburger Stadtteil Nörde geboren. Ein Figurenfragment, der sogenannte Pauluskopf, erinnert an den Hochaltar, den Schlaun für die Warburger Neustadtkirche schuf.
Im Barocksaal werden Bilder von Malern gezeigt, die zu Warburg eine besondere Beziehung hatten oder in deren Werk Warburger Motive eine besondere Rolle spielen.
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