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Das Museum in der Burg

Burg Dringenberg - Driburg

Zum Ende der 1930er Jahre war in dem jetzigen Wohnzimmer und der Wohnküche der Heimatstuben auf 38 qm Fläche ein kleines Heimatmuseum eingerichtet. Leider gibt es weder Aufzeichnungen über den Inhalt noch Fotos aus jener Zeit. In den Wirren des zweiten Weltkrieges verschwanden die meisten Ausstellungsstücke. Nur ganz wenige Exponate sind noch vorhanden, so die alte Truhe in der jetzigen Amtsstube und der Flachsbrecher im Rittersaal. Heute sind in der Burg über 650 qm Ausstellungsfläche.

In der Burgkapelle steht seit Beginn des 20. Jahrhunderts die barocke Kommunionbank und seit Anfang der 1950er Jahre der kleine neugotische Altar. Beide Teile befanden sich früher in der Pfarrkirche. Das gilt auch für die Heiligenfiguren, die nach der Innenrenovierung der Kirche 1979/80 als Leihgaben in die Kapelle kamen. 

Bereits im Jahre 1984 hatte der Heimatverein das Ziel der Renovierung eindeutig definiert: Einrichtung eines Heimatmuseums. Als jedoch der erste Rittersaal fertig war, wurde man sich schnell darüber einig, dass dort keine Zimmer eingerichtet werden sollten. Daraufhin stellte die Stadt Bad Driburg für die Heimatstuben vier Räume im Erdgeschoß bereit. Die dort im Wohnzimmer, der Wohnküche und im Schlafzimmer gezeigte Wohnqualität konnte sich wohl nur ein hochgestellter Beamter Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts erlauben, nicht jedoch der einfache Bürger.

Das ehemalige Brauhaus und der Braukeller erinnern daran, dass die Burgbewohner früher ihr Bier selber brauten.  Drei Fässer waren immer im Anstich. Die Feldflur auf der gegenüberliegenden Talseite der Öse heißt heute noch "Hoppenbreite". Hoppen ist das plattdeutsche Wort für Hopfen, der zum Bierbrauen benötigt wurde.

Die naturkundlichen Räume im Obergeschoss erinnern an den Waldreichtum Dringenbergs. Zahlreiche Menschen des Ortes lebten vom Wald. Vorteile brachten auch verbriefte Holzsammelrechte für die Bürger oder das Huderecht für deren Vieh. 57 Stimmen heimischer Vögel in der großen Vitrine können über den Computer von der CD abgerufen werden. Im Raum "Heimische Hölzer" sind verschiedene Holzarten zu sehen, außerdem Werkzeuge des Waldarbeiters und Utensilien des Jägers. In der Drechselstube steht der Nachbau einer alten Drechselvorrichtung. Neben der Drehbank aus der Stellmacherei Johann Todt sind auch Tischlereiwerkzeuge ausgestellt. In den Vitrinen des Flures werden Schüsseln, Teller usw. vom Drechsler H. Wiesehöfer gezeigt.

Burg Dringenberg - Driburg

Zuletzt fertig gestellt wurde im Erdgeschoss der Tante Martha-Laden. Aus dem ehemaligen Lebensmittelgeschäft von Martha Rose stammen die Regale, Schränke und andere Exponate. Die Schusterstube gibt einen Einblick in die Arbeitswelt eines alten Handwerkes, das im Ort bis in die 1960er Jahre betrieben wurde. Maschinen und Werkzeuge konnten aus Schusterstuben Dringenbergs oder umliegender Ortschaften übernommen werden. Der Raum der Geschichte wartet noch darauf, dass dort die Geschichte der Stadt und der Burg dargestellt wird.

Die Räume und alle Ausstellungstücke, so sagen viele Besucher, sind mit viel Liebe zum Detail aufgearbeitet und ausgestellt und geben einen guten Einblick in einige Bereiche der Lebenswelt unserer Vorfahren. Karl Gehle

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